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Mammadiagnostik

Für die bildgebende Mammadiagnostik (Brustuntersuchung) stehen drei verschiedene bildgebende Verfahren zur Verfügung. Je nach Lebensalter, Vorgeschichte und Fragestellung ergibt sich die Indikation für eine Untersuchung mit einer oder mehrerer Methoden.

Digitale Mammographie

Die digitale Mammographie ist die zentrale Untersuchungsmethode für die Mammadiagnostik. Dies gilt sowohl für die Früherkennung von Brustkrebs, als auch für die Abklärung bei klinischen Beschwerden.

Aus diesem Grund wurde bundesweit ein Screeningprogramm etabliert, das es Frauen von 50 bis 69 Jahren ermöglicht, sich kostenlos auf Brustkrebs untersuchen zu lassen.
 
Aber auch außerhalb dieser Altersgruppe ist die Mammographie von großer Bedeutung, wenn es um die Klärung von Beschwerden oder um Nachsorgeuntersuchungen geht.

Wir führen alle Mammographien in direkter digitaler Technik durch. Weder Film noch Folien werden für die Bildaufnahme eingesetzt, so dass die eingesetzte Röntgenstrahlung nahezu verlustfrei in Bildinformation umgewandelt wird. Dies führt zu einer erheblichen Dosisreduktion. Die Kompression der Brust spielt nach wie vor eine wichtige Rolle, da dadurch ein erheblicher Beitrag zur Reduktion der Dosis und zur Verbesserung der Bildqualität geleistet wird.

Alle Bilder werden digital archiviert und können jederzeit zu Vergleichszwecken heran gezogen werden.
 
In der Regel wird ergänzend zur Mammographie noch eine Ultraschallunteruchung durchgeführt. Die Kernspintomographie der Brust erfolgt bei speziellen Fragestellungen.

Bei einer (blutigen) Sekretion aus einem einzelnen Milchgang kann zur weiteren Abklärung eine Galaktographie durchgeführt werden. Hier wird der betroffene Gang mit Kontrastmittel angespritzt und nachfolgend eine Mammographie durchgeführt.

Mammasonographie

Die Sonographie (Ultraschall) der Mamma ist bei Frauen unter 40 Jahren in der Regel die primäre Untersuchungsmethode. Sie sollte darüber hinaus als Ergänzung zur Mammographie angewendet werden. Die Untersuchung ist auch während einer Schwangerschaft problemlos möglich. 

Die Sonographie eignet sich hervorragend zur Abklärung von Tastbefunden. Zysten können sehr einfach von soliden Herdbefunden unterschieden werden. Die Ortsauflösung und der Kontrast wurden in den letzten Jahren kontinuierlich verbessert. Neben der Untersuchung des Brustdrüsengewebes kann auch eine Darstellung der Lymphknoten in der Achselhöhle erfolgen. Die Sonographie hat keinen Stellenwert bei der Detektion von Mikrokalk und spielt daher bei der Früherkennung nur eine untergeordnete Rolle.

Mamma-MRT

Die Mamma-MRT hat eine sehr hohe Sensitivität und auch Spezifität in Bezug auf die Detektion eines bösartigen Befundes. Die Methode erlangt eine zunehmende Bedeutung in der Mammadiagnostik.

Es gibt eine Reihe von Indikationen mit wissenschaftlich gesichertem Nutzen. Nur die fettgedruckten Indikationen sind im Rahmen der gesetzlichen Versicherung erstattungsfähig. Über den sinnvollen Einsatz der Mamma-MRT beraten wir Sie gerne.

  • Differenzierung von Narbe und Tumorrezidiv bei Zustand nach brusterhaltender Therapie. Die Untersuchung sollte bei begründetem Verdacht erfolgen und kann frühestens ein Jahr nach Abschluss der Strahlentherapie durchgeführt werden. Wurde keine Strahlentherapie durchgeführt kann die Untersuchung frühestens 6 Monate postoperativ erfolgen.
  • Klinischer Verdacht auf Mammakarzinom, ohne dass der Tumor mit Mammographie und/oder Sonographie gefunden werden konnte.
  • Regelmäßige Früherkennung bei Patientinnen mit erhöhtem familiären Risiko für Mammakarzinom. Zuvor muss eine genetische Beratung durchgeführt werden. Diese findet normalerweise bei einem Facharzt(-ärztin) für Humangenetik oder Gynäkologie statt.
  • Präoperative Planung bei bereits histologisch gesichertem Mammakarzinom. Insbesondere bei lobulärem Karzinom und bei bekanntem familiären Risiko für ein Mammakarzinom. Auch bei einer Diskrepanz der geschätzten mammographischen und sonographischen Tumorgröße von > 1 cm ist der Einsatz sinnvoll.
  • Abklärung eines mammographischen Befundes, der nur in einer Ebene sichtbar ist und sonographisch nicht lokalisiert werden kann.
  • Unter Umständen zur Überwachung der Wirksamkeit einer neoadjuvanten Chemotherapie bei mammographisch und sonographisch diskrepanten Befunden.
  • Abklärung einer blutigen Sekretion, wenn eine zuvor durchgeführte Galaktographie nicht aussagekräftig ist oder technisch nicht gelingt.