RZM_00023_Prostatdiagnostik

Prostatadiagnostik

Multiparametrische MRT (mpMRT) der Prostata

Was ist das Besondere an der multiparametrische MRT (mpMRT) der Prostata?

Unter einer multiparametrischen MRT versteht man die Kombination mehrerer unterschiedlicher Techniken zur Diagnostik, die verschiedene Parameter nutzen:

1.      Morphologie: hochauflösende Darstellung der Gewebestruktur mittels sog. T2-gewichteten Aufnahmen in 3 Ebenen in Dünnschichttechnik zur Lokalisation von tumorverdächtigen Herden

2.      Diffusion: Darstellung der Beweglichkeit freien Wassers im Zwischenzellraum. Tumore haben eine reduzierte Diffusionskapazität als Unterscheidungsmerkmal von gutartigen Tumorveränderungen

3.      Perfusion: Darstellung der Durchblutung mittels Kontrastmittelgabe. Tumore sind häufig stärker durchblutet als gutartige Veränderungen

4.      Stoffwechsel: MR-spektroskopische (MRS) Messung des Cholin- und Citratgehaltes

 

Ansprechpartner:

Prof. Dr. med. Jürgen Scheidler, Facharzt für Diagnostische Radiologie

PD Dr. med. Daniel Theisen, Facharzt für Diagnostische Radiologie

Warum Prostata mpMRT an unserem Zentrum?

Die Erfahrung

  • Seit 1995 werden MRT der Prostata am Zentrum durchgeführt, seit 2003 in multiparametrischer Technik
  • Seit Jahren mehr als 1000 Untersuchungen/Jahr an unserem Zentrum

Die Qualität

  • Zeitnahe Termine
  • Neueste 3 Tesla MRT
  • „4-Augen-Prinzip“, Mitbefundung durch zertifizierte Experten, persönliche Befundbesprechung, standardisierte Befundung nach PI-RADS
  • Bilder auf CD Fusionsbiopsie-zertifiziert, PI-RADS Befund- und Biopsieschema

Die Experten

  • Prof. Dr. Jürgen Scheidler: Expertise seit 1996 in Forschung und Klinik mit der Prostata-MRT, Habilitation über Prostata-MR Spektroskopie, zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema, Mitglied der Leitlinienkommission, Gutachter der DRG und zertifiziert nach der höchsten Zertifizierungsstufe (Q2)
  • PD Dr. Daniel Theisen: langjährige Expertise in Abdomen und Prostata-MRT in Klinik und Forschung, zahlreiche Veröffentlichungen, zertifiziert nach der höchsten Zertifizierungsstufe (Q2)

Wo gibt es Probleme bzw. wann kann die Untersuchung nicht durchgeführt werden?

  • Herzschrittmacher/Event-Recorder/Stimulationsgeräte etc.: Nur manche dieser Geräte sind eingeschränkt MRT-tauglich. Hier muss im Einzelfall anhand des Implantatpasses, den Sie uns vorher übersenden, überprüft werden, ob und unter welchen Bedingungen eine Untersuchung für sie gefahrlos möglich ist.
  • Künstliche Hüftgelenke/ Kniegelenke/ Wirbelsäulenimplantate: keine Gefahr für Sie als Patient. In seltenen Fällen können Hüft-TEPs Bildstörungen machen, die im Einzelfall bis zur Unbrauchbarkeit der Untersuchung reichen, dies lässt sich aber nicht vorhersagen, sondern muss ausprobiert werden.

Wer übernimmt die Kosten der Untersuchung?

Private Krankenkassen übernehmen im Regelfall die Kosten der Untersuchung vollständig.
Gesetzlich versicherten Patienten können wir die Untersuchung bislang nur als sog. IGEL-Leistung anbieten, da die mpMRT noch nicht in den Leistungskatalog aufgenommen ist. Unser Ziel ist es, die Untersuchung allen Patienten unabhängig vom Versicherungsstatus zu vernünftigen Preisen anbieten zu können. Einen Kostenvoranschlag können gesetzlich versicherte Patienten gerne vorab bei der Terminvereinbarung anfordern.

Wann ist die mpMRT sinnvoll?

Nach aktueller S3-Leitlinie ist sie in folgenden Fällen empfohlen:

1.      bei PSA-Erhöhung/Anstieg, wenn in der urologischen Untersuchung keine tumorverdächtigen Knoten tastbar oder im Ultraschall sichtbar sind. Werden keine verdächtigen Areale in der mpMRT gefunden, kann auf eine Biopsie verzichtet werden. Andererseits können tumorverdächtige Knoten durch gezielte Probenentnahme mit einer MRT-Ultraschall Fusionsbiopsie sicher abgeklärt werden.

2.      im Rahmen der aktiven Überwachung (active surveillance), wenn bei Ihnen bereits ein kleiner Prostatatumor gesichert ist, dieser aber eine langsame Wachstumstendenz aufweist (niedriger Gleason-Score), so dass man zunächst eine Behandlung zurückstellt, bis der Tumor eine Wachstumstendenz zeigt

3.      zur Ausdehnungsdiagnostik vor operativer, strahlentherapeutischer oder medikamentöser Behandlung

Wie treffsicher ist die mpMRT der Prostata?

Zahlreiche Studien belegen inzwischen die Überlegenheit der mpMRT gegenüber dem Standardvorgehen der PSA-Bestimmung, klinische Untersuchung und ungezielte Biopsie. Die Treffsicherheit der mpMRT liegt bei ca. 85%. In einer großen, im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie (PRECISION) konnte mit dem Einsatz der mpMRT einerseits auf mehr als 25% der Biopsien (d.h. bei mehr als jedem 4. Mann!) verzichtet werden, andererseits wurden 12% mehr aggressive schnell wachsende Prostatatumoren durch die Kombination aus mpMRT und gezielter Biopsie diagnostiziert, die ansonsten nicht entdeckt worden wären (http://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa1801993).

Wie wird sie heutzutage nach Leitlinie durchgeführt?

Empfohlen ist die Untersuchung an einem 3 Tesla MRT ohne Sonde im Enddarm (ohne Endorektalspule) durchzuführen. Sie muss mindestens

1.      morphologische Bildgebung mit einer Schichtdicke von 3mm und einer Auflösung von <0.5mm und

2.      diffusionsgewichtete Bildgebung mit 3mm Schichtdicke umfassen

3.      empfohlen ist auch die Kontrastmittelperfusion, bei nicht eindeutigen Befunden (PI-RADS 3) ist sie Pflicht

Die Untersuchungen werden bei uns grundsätzlich leitliniengerecht durchgeführt.

Wie muss ich mich auf die Untersuchung vorbereiten?

Es ist günstig, die Untersuchung vormittags durchzuführen. Sie sollten nur ein kleines Frühstück zu sich nehmen und nach Möglichkeit vorher Darm und Harnblase entleert haben. Weitere Maßnahmen sind nicht erforderlich.

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