Thoraxdeformitäten abklären: Untersuchungs­möglichkeiten bei Verdacht auf Trichterbrust & Co.

Der Brustkorb schützt Herz sowie Lunge und spielt eine zentrale Rolle bei der Atmung. Entwickelt sich seine Form anders als üblich, kann das die räumlichen Verhältnisse im Brustraum verändern und in einigen Fällen auch zu Beschwerden führen. Zu den häufigsten Thoraxdeformitäten zählen die Trichterbrust und die Kielbrust. Solche Veränderungen zeigen sich häufig während des Wachstums und werden daher oft im Kindes- oder Jugendalter erstmals bemerkt.

Für viele Betroffene und Eltern bringt das zunächst Fragen und Unsicherheiten mit sich – etwa, ob eine Behandlung notwendig oder überhaupt möglich ist. Bevor Ärztinnen und Ärzte darüber entscheiden können, braucht es jedoch eine genaue Diagnostik. Radiologische Verfahren wie Röntgen, CT oder MRT können dabei Form und Ausprägung einer Thoraxdeformität genau darstellen und zeigen, wie sich die veränderte Brustkorbform auf die anatomischen Verhältnisse auswirkt. Sie bilden damit einen wichtigen Bestandteil der weiteren medizinischen Beurteilung.

Im Folgenden erfahren Sie, welche Formen von Thoraxdeformitäten es gibt, wann eine radiologische Untersuchung sinnvoll ist und welche Bildgebung zum Einsatz kommt.

Was sind Thoraxdeformitäten?

Unter diesem Begriff werden angeborene oder während des Wachstums entstehende Formveränderungen des Brustkorbs zusammengefasst. Dabei verändert sich vor allem die Stellung von Brustbein, Rippen und Rippenknorpeln. Die Abweichungen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein und betreffen entweder den gesamten vorderen Brustkorb oder nur einzelne Bereiche.

Medizinisch lassen sich verschiedene Formen unterscheiden, die sich durch Richtung und Ausmaß der Veränderung voneinander abgrenzen. Einige führen hauptsächlich zu einer sichtbaren Veränderung der Brustkorbform. Andere beeinflussen zusätzlich die räumlichen Verhältnisse im Brustraum und können dadurch Herz, Lunge oder die Atemmechanik betreffen. Zu den bekanntesten Thoraxdeformitäten zählen die Trichterbrust (Pectus excavatum) und die Kielbrust (Pectus carinatum).

Die Ausprägung entwickelt sich häufig schrittweise während des Wachstums. Viele Betroffene bemerken die Veränderung daher erst im Schulalter oder in der Pubertät. Eine medizinische Abklärung hilft dabei, die Art der Veränderung einzuordnen und mögliche funktionelle Auswirkungen zu beurteilen.

Welche Thoraxdeformitäten gibt es?

Bei dieser Form sinkt das Brustbein nach innen ein. Dadurch entsteht eine sichtbare Vertiefung im vorderen Brustbereich. Die Trichterbrust zählt zu den häufigsten angeborenen Brustkorbveränderungen.

Hier wölbt sich das Brustbein nach vorne. Der Brustkorb wirkt dadurch spitz oder kielförmig. Die Veränderung entsteht meist während des Wachstums und fällt häufig erst in der Pubertät stärker auf.

Manchmal entwickelt sich der Brustkorb nicht gleichmäßig. Eine Seite kann stärker nach innen oder außen geformt sein als die andere. Solche asymmetrischen Formen treten häufig zusammen mit einer Trichter- oder Kielbrust auf.

Hierbei handelt es sich um eine angeborene Fehlbildung, bei der sich Brustmuskulatur und angrenzende Strukturen während der Embryonalentwicklung nicht vollständig ausbilden. Dadurch fehlt auf einer Seite des Brustkorbs teilweise Muskelgewebe, meist der große Brustmuskel. Zusätzlich können Rippen oder Rippenknorpel anders ausgebildet sein, sodass eine Brustseite flacher oder eingesunken wirkt.

In einigen Fällen zeigt der Brustkorb komplexere Veränderungen, bei denen mehrere Strukturen betroffen sind. Dazu zählen Kombinationen aus Einsenkungen, Vorwölbungen oder Verdrehungen des Brustbeins.

Welche Folgen können Thoraxdeformitäten haben?

Formveränderungen des Brustkorbs können je nach Ausprägung unterschiedliche Auswirkungen auf den Körper haben.

Mögliche Folgen können unter anderem sein:

Einige Betroffene ermüden schneller bei körperlicher Aktivität oder sportlicher Anstrengung. Dies kann unter anderem damit zusammenhängen, dass Herz oder Lunge durch die veränderten Platzverhältnisse im Brustkorb beeinflusst werden.

Eine veränderte Brustkorbform kann die Atembewegung beeinflussen. Tiefes Einatmen fällt dann schwerer.

Vor allem bei stärker ausgeprägten Veränderungen berichten manche Menschen über ein beengendes Gefühl im Brustkorb.

Bei einer ausgeprägten Trichterbrust kann sich die Position des Herzens verändern. Möglich ist auch, dass die Deformität das Herz durch das eingesunkene Brustbein verdrängt.

Einige Betroffene ziehen die Schultern nach vorne oder nehmen eine gebeugte Haltung ein. Daraus können Rücken- oder Nackenbeschwerden entstehen.

Wann ist eine radiologische Bildgebung sinnvoll?

Eine radiologische Untersuchung hilft, Form und Ausprägung einer Thoraxdeformität objektiv zu beurteilen. Sie kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn genauer untersucht werden soll, wie stark der Brustkorb verändert ist und ob Herz oder Lunge durch die veränderten Platzverhältnisse beeinflusst werden.

Dazu zählen unter anderem folgende Situationen:

Bildgebende Verfahren helfen, Ausmaß und genaue Form der Veränderung zu bestimmen.

Atemprobleme, eingeschränkte Leistungsfähigkeit oder ein Druckgefühl im Brustbereich können Anlass für eine weiterführende Abklärung sein.

Die radiologische Bildgebung zeigt, ob sich Organe im Brustkorb durch die Deformität verlagern oder eingeengt werden.

Vor einer konservativen Therapie oder einem operativen Eingriff liefert die Bildgebung präzise Informationen über die anatomischen Verhältnisse des Brustkorbs. Das unterstützt die weitere Behandlungsplanung.

Bei Kindern und Jugendlichen kann die Bildgebung in bestimmten Fällen zeigen, ob sich die Thoraxdeformität während des Wachstums verändert oder verstärkt.

Je nach Ausprägung kommen konservative Maßnahmen, spezielle Orthesen oder operative Korrekturverfahren infrage.

Radiologische Bildgebung: Welche Untersuchungen gelten als Mittel der Wahl bei Thoraxdeformitäten?

Zur Beurteilung von Brustkorbfehlbildungen stehen in unserem Radiologischen Zentrum München verschiedene Verfahren zur Verfügung. Die passende Methode wählen wir jeweils abhängig von Fragestellung, Alter der Patientinnen und Patienten sowie der geplanten weiteren Behandlung. Einige Verfahren liefern einen ersten Überblick, andere ermöglichen eine sehr genaue Analyse der Brustkorbstruktur. Zu den wichtigsten radiologischen Untersuchungen in der Thoraxdiagnostik zählen:

Eine Röntgenaufnahme stellt häufig den ersten bildgebenden Schritt dar. Sie zeigt die knöchernen Strukturen des Brustkorbs und ermöglicht eine erste Einschätzung der Form des Brustbeins sowie der Rippenstellung. Auch Hinweise auf eine mögliche Verschiebung des Herzens lassen sich erkennen. Bei einer Trichter- oder Kielbrust kann das Thorax-Röntgen damit einen ersten Überblick über Form und Ausprägung der Veränderung geben.

Mehr dazu: Digitales Röntgen in München

Die Computertomographie ermöglicht eine sehr genaue Darstellung der knöchernen Strukturen des Brustkorbs. Sie kommt insbesondere bei ausgeprägten oder komplexen Thoraxdeformitäten zum Einsatz. So können wir das Ausmaß der Einsenkung des Brustbeins exakt beurteilen. Darüber hinaus zeigt die CT die räumlichen Verhältnisse zwischen Brustbein, Wirbelsäule, Herz und Lunge besonders detailliert.

Wir berechnen dabei den sogenannten Haller-Index. Dieser Wert beschreibt, wie breit der Brustkorb ist und wie groß der Abstand zwischen Brustbein und Wirbelsäule ausfällt. Je stärker das Brustbein eingesunken ist, desto höher fällt der Haller-Index aus. Er dient dazu, die Ausprägung z. B. einer Trichterbrust objektiv zu beurteilen und unterstützt die weitere Behandlungsplanung.

Auch bei asymmetrischen oder komplexen Thoraxdeformitäten liefert die CT wichtige Informationen für den weiteren Therapieverlauf.

Mehr über das Verfahren: CT in München

Die MRT kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn zusätzlich die Weichteile im Brustbereich genauer beurteilt werden sollen. Dazu gehören beispielsweise Herz, Muskulatur und andere Strukturen im Brustraum. DIe Magnetresonanztomographie kann ergänzend zeigen, wie eine Thoraxdeformität die Lage und die räumlichen Verhältnisse der angrenzenden Organe beeinflusst. Da die MRT ohne Röntgenstrahlung arbeitet, eignet sie sich besonders für jüngere Patientinnen und Patienten oder für Verlaufskontrollen.

Weitere Informationen: MRT in München

Welche Rolle spielt die radiologische Bildgebung bei Thoraxdeformitäten?

Die radiologischen Untersuchungen im RZM übernehmen bei Thoraxdeformitäten mehrere wichtige Funktionen:

Bildgebende Verfahren zeigen, wie stark der Brustkorb verändert ist. Beispielsweise bei einer Trichterbrust lässt sich die Ausprägung beispielsweise mithilfe des Haller-Index objektiv einordnen. Diese Information hilft bei der Entscheidung, welche weitere Behandlung sinnvoll ist.

Vor einem möglichen Eingriff liefern die Aufnahmen genaue Informationen über die Anatomie des Brustkorbs sowie die Lage von Herz, Lunge und angrenzenden Strukturen. Die radiologische Bildgebung unterstützt die Planung der Operation.

Nach einer Behandlung lassen sich das Operationsergebnis und der weitere Heilungsverlauf anhand der Bildgebung kontrollieren. So kann beurteilt werden, wie sich die Form des Brustkorbs nach dem Eingriff entwickelt hat.

Diagnostik von Thoraxdeformitäten im Radiologischen Zentrum München

Im RZM verbinden wir moderne Bildgebung mit umfassender Erfahrung in der Beurteilung von Brustkorbveränderungen. Leistungsstarke Geräte für Röntgen, CT und MRT ermöglichen eine exakte Darstellung von Brustbein, Rippen sowie der Lage von Herz und Lunge im Brustraum. So können wir Thoraxdeformitäten wie Trichterbrust, Kielbrust oder asymmetrische Veränderungen differenziert darstellen und ihre Ausprägung genauer beurteilen.

Die Aufnahmen zeigen Form und Ausprägung von Thoraxdeformitäten sehr genau. Unsere Radiologinnen und Radiologen analysieren die Bilder sorgfältig, bestimmen relevante Messwerte (z. B. den Haller-Index bei einer Trichterbrust) und beurteilen mögliche Auswirkungen auf die Organe im Brustkorb.

Sie möchten eine Thoraxdeformität radiologisch abklären lassen? Vereinbaren Sie gerne einen Termin im Radiologischen Zentrum München.

RZM München

Ihr Termin im RZM

Sie möchten eine Untersuchung im Radiologischen Zentrum München vereinbaren? Nutzen Sie unsere Online-Terminbuchung.