KHK Diagnostik: Wie lässt sich die koronare Herzerkrankung erkennen?

Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen zu den häufigsten Gesundheitsproblemen weltweit und erfordern für eine effektive Behandlung punktgenaue Diagnoseverfahren. Die koronare Herzerkrankung (KHK) ist dabei eine der bedeutendsten Herausforderungen unserer Zeit. Wir zeigen Ihnen, mit welchen modernen Methoden wir im Radiologischen Zentrum München die KHK-Diagnostik präzise vornehmen können.

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KHK Diagnostik

Was ist die koronare Herzerkrankung (KHK)?

Bei der KHK handelt es sich um eine Erkrankung der Herzkranzgefäße. Sie sollen das Herz mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen, sind in diesem Fall aber durch Ablagerungen von Fett, Cholesterin und anderen Substanzen verengt. Diese Ablagerungen – die sogenannten Plaques – können im Laufe der Zeit dazu führen, dass die Herzkranzgefäße verhärten und sich verengen. Das beeinträchtigt die Durchblutung des Herzmuskels. Typische Symptome sind Brustschmerzen (Angina pectoris), Atemnot oder Müdigkeit.

Die koronare Herzerkrankung ist eine der häufigsten Herzkrankheiten weltweit und wird durch verschiedene Risikofaktoren begünstigt. Dazu gehören Bluthochdruck, erhöhte Cholesterinwerte, Rauchen, Diabetes, Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung. Unbehandelt und in schweren Fällen kann sie zu einem Herzinfarkt führen.

Kardiovaskuläre Bildgebung im Radiologischen Zentrum München

Die rechtzeitige Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen und Komplikationen zu vermeiden. In unserem Radiologischen Zentrum München bieten wir Ihnen im Rahmen der kardiovaskulären Bildgebung moderne diagnostische Verfahren, die der Herz- und Gefäßdiagnostik dienen.

KHK-Diagnostik: Bedeutung der Vortestwahrscheinlichkeit

Die Vortestwahrscheinlichkeit (auch: prätestliche Wahrscheinlichkeit) beschreibt, wie wahrscheinlich es ist, dass eine Patientin oder ein Patient an einer koronaren Herzkrankheit leidet – noch bevor diagnostische Verfahren zum Einsatz kommen.

Diese Einschätzung erfolgt auf Basis klinischer Informationen sowie validierter Risikobewertungsmodelle (z. B. der Diamond-Forrester- oder der CAD-Consortium-Skala). Somit ist die Vortestwahrscheinlichkeit ein zentrales Element in der leitliniengerechten Entscheidungsfindung.

Sie basiert auf folgenden Parametern:

Beispiel: Männer im mittleren bis höheren Lebensalter haben ein höheres Risiko als gleichaltrige Frauen.

  • Typische Angina pectoris: belastungsabhängige Schmerzen hinter dem Brustbein mit Ausstrahlung und Besserung in Ruhe oder nach Nitrogabe
  • Atypische Beschwerden: diffuse Schmerzen, Atemnot, Übelkeit, besonders bei Frauen oder Diabetikerinnen sowie Diabetikern
  • Asymptomatischer Verlauf: möglich bei Personen mit Diabetes oder älteren Menschen
  • Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
  • Diabetes mellitus
  • Hypercholesterinämie (erhöhte Blutfette)
  • Rauchen
  • Familiäre Vorbelastung (z. B. Herzinfarkte bei Angehörigen unter 55 Jahren)

KHK-Diagnostik: Die Vorteile der Vortestwahrscheinlichkeit für Sie

Die Vortestwahrscheinlichkeit schützt Sie vor Über- und Unterversorgung. Sie sorgt für einen sinnvollen, individuellen und sicheren Ablauf der Diagnostik. Das Ziel dabei ist, die richtige Erkrankung schnell und schonend zu erkennen oder auszuschließen.

Der konkrete Nutzen für Sie dabei ist:

Ein großer Vorteil der Vortestwahrscheinlichkeit liegt in der Vermeidung unnötiger Untersuchungen. Wenn bei Ihnen nur eine geringe Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer KHK besteht, sind aufwendige diagnostische Verfahren oft nicht notwendig.

Das schützt nicht nur vor möglichen Nebenwirkungen wie etwa Kontrastmittelreaktionen, sondern schont auch Ihren Körper und reduziert psychische Belastungen wie Verunsicherung und Angst.

Wenn Sie eine hohe Vortestwahrscheinlichkeit haben, kommen Sie direkt an die richtige Stelle im Diagnoseprozess, ohne Zeit mit unklaren Zwischenschritten zu verlieren.

Die Einschätzung hilft dabei, frühzeitig die passende Behandlung einzuleiten – und dadurch Komplikationen wie einen Herzinfarkt zu verhindern.

Durch eine gezielte Auswahl von Untersuchungen werden Wartezeiten verkürzt und Kosten im Gesundheitssystem gesenkt – was letztlich allen Patientinnen und Patienten zugutekommt.

KHK-Diagnostik mit der Herz-CT

Die Computertomographie erzeugt Querschnittsbilder Ihres Herzens, die die Koronararterien detailliert darstellen. Durch ihre hohe Genauigkeit und Nichtinvasivität ist die CT ein wertvolles Instrument in der KHK-Diagnostik. Die Untersuchung hat folgende Vorteile:

Die Herz-CT ermöglicht es uns, kleinste Veränderungen in Ihren Herzkranzgefäßen zu erkennen – bestenfalls, bevor Symptome wie Angina pectoris auftreten. Somit kann die Untersuchung helfen, KHK bereits in einem frühen Stadium zu identifizieren.

Durch hochauflösende Bilder kann die CT präzise Informationen über den Zustand der Koronararterien liefern. Wir können damit das Ausmaß und die Lokalisation von Plaques oder Verengungen erkennen.

Nach der Diagnose hilft die CT bei der Überwachung der Krankheitsprogression. Wir können damit kontrollieren, wie Ihre Behandlung anschlägt.

Neu in der KHK-Diagnostik: Kostenübernahme für die Kardio-CT durch gesetzliche Krankenkassen

Seit dem 1. Januar 2025 übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Kardio-CT. Voraussetzung ist eine Vortestwahrscheinlichkeit von mindestens 15 % für das Vorliegen einer chronischen koronaren Herzkrankheit. Vor einer geplanten Herzoperation kann die Untersuchung unabhängig von der Vortestwahrscheinlichkeit erfolgen. Notwendig sind eine ärztliche Überweisung mit entsprechender Dokumentation sowie eine Genehmigung zur Abrechnung durch die Kassenärztliche Vereinigung.

Für Patientinnen und Patienten bringt die Kostenübernahme viele Vorteile: Die Untersuchung muss nicht mehr privat gezahlt werden, sie ermöglicht eine frühzeitige Diagnose von Herzkranzgefäßverengungen und ist deutlich weniger belastend als ein Herzkatheter. Bei unklaren Befunden kann zusätzlich eine interdisziplinäre Fallkonferenz zur optimalen Therapieentscheidung beitragen. Insgesamt erleichtert das neue Abrechnungsmodell den Zugang zu einer wichtigen Herzdiagnostik – besonders für Patientinnen und Patienten mit mittlerem Risiko.

KHK-Diagnostik mit der Herz-MRT

Die Magnetresonanztomographie des Herzens ist eine hochentwickelte bildgebende Technik, die detaillierte Bilder und Informationen über die Struktur und Funktion Ihres Herzens liefert. Im Gegensatz zur CT verwendet die MRT starke Magnetfelder und Radiowellen, um Querschnittsbilder des Herzens zu erzeugen. Dies kann die Kardio-MRT bei der Diagnostik der KHK leisten:

Die Untersuchung veranschaulicht die Pumpfunktion des Herzens und zeigt präzise seine Größe auf. Zudem können wir damit die Herzkontraktion und die Ventrikelfunktion untersuchen. Diese Informationen sind entscheidend, um zu verstehen, wie gut Ihr Herz arbeitet und ob es durch KHK beeinträchtigt ist.

Die MRT ist besonders empfindlich bei der Erkennung von Herzinfarkten. Sie kann Narbengewebe im Herzmuskel nach einem Infarkt genau abbilden und die Ausdehnung des Infarktgebiets bestimmen.

Obwohl die MRT die Koronararterien nicht so direkt wie die Kardio-CT abbildet, kann sie indirekte Hinweise auf Durchblutungsstörungen geben. Durch die Beurteilung der Perfusion des Herzmuskels kann die MRT Bereiche identifizieren, die aufgrund von reduzierter Durchblutung durch KHK betroffen sein könnten.

Wann CT, wann MRT in der KHK-Diagnostik?

Ob bei Ihnen die CT oder MRT für die Diagnostik der koronaren Herzerkrankung infrage kommt, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

Computertomographie

Die CT ermöglicht schnelle Aufnahmen Ihres Herzens und Ihrer Koronararterien. Das macht sie besonders geeignet, um Verengungen und Plaques in den Gefäßen zu identifizieren.

Die Untersuchung liefert detaillierte Bilder der Herzkranzgefäße. Das ist bei der Planung von interventionellen Maßnahmen wie Stentimplantationen oder Bypass-Operationen sinnvoll.

Die Computertomographie ist weniger anfällig für Bewegungsartefakte – also Störungen oder Unschärfen in den Bildern, die entstehen können, wenn Sie sich während der Untersuchung bewegen. Daher kann die CT sehr gut geeignet sein, wenn Sie einen unruhigen Herzrhythmus oder Atemprobleme haben.

Die CT erfordert möglicherweise die Verwendung von Kontrastmitteln. Dies ist bei Patientinnen und Patienten mit Nierenproblemen oder Kontrastmittelallergien zu beachten.

Magnetresonanztomographie

Die MRT bietet eine ausgezeichnete Darstellung der Weichteile und ermöglicht eine genaue Beurteilung der Herzfunktion und der Myokardperfusion.

Im Gegensatz zur CT verwendet die MRT keine ionisierende Strahlung. Das macht sie besonders geeignet für wiederholte Untersuchungen und für junge Patientinnen und Patienten.

Zudem ist die Magnetresonanztomographie besonders empfindlich bei der Detektion und Quantifizierung von Narbengewebe nach einem Herzinfarkt. Das ist für die Beurteilung der Herzgesundheit wichtig.

Unsere fortschrittlichen MRT-Techniken ermöglichen die Charakterisierung von Geweben und Plaques, die Hinweise auf das Risiko für zukünftige Komplikationen geben können.

Entscheidungskriterien

Die Wahl, welche Untersuchungsmethode wir vorerst nutzen, hängt von Ihrem individuellen Gesundheitszustand ab. Dazu gehören z. B. bestehende Krankheiten wie Nierenprobleme oder Kontrastmittelallergien.

Des Weiteren bestimmt die spezifische Fragestellung der Untersuchung, z. B. der Verdacht auf KHK oder die Planung einer Intervention, die Wahl zwischen CT und MRT.

Außerdem können vorherige Befunde und Untersuchungsergebnisse die Entscheidung für eine bestimmte Bildgebungsmethode beeinflussen.

In vielen Fällen kann auch eine Kombination beider Verfahren zur umfassenderen Diagnostik erforderlich sein.

Was folgt nach der Untersuchung?

Basierend auf den Ergebnissen der KHK-Diagnostik kann Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt einen gezielten Behandlungsplan für Sie aufstellen. Möglich sind z. B. medikamentöse Therapien, Interventionen wie Stentimplantationen oder sogar Bypass-Operationen.

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