Osteoporose erkennen: Warum ist die Knochendichtemessung so sinnvoll?

Der Abbau von Knochensubstanz verläuft meist schleichend. Osteoporose frühzeitig zu erkennen, ist deshalb häufig schwierig: Lange Zeit fehlen Beschwerden, und auch im Alltag zeigen sich oft keine Einschränkungen. Während äußerlich alles unverändert wirkt, nimmt die Stabilität der Knochen im Inneren allmählich ab. Solche Veränderungen zeigen sich häufig erst dann, wenn Knochen bereits bei geringer Belastung brechen oder Heilungsprozesse ungewöhnlich viel Zeit benötigen. Zu diesem Zeitpunkt hat der Substanzverlust nicht selten bereits ein fortgeschrittenes Ausmaß erreicht.

Moderne radiologische Verfahren bieten die Möglichkeit, diese Entwicklungen frühzeitig sichtbar zu machen. Mit der Knochendichtemessung lässt sich der Mineralgehalt der Knochen objektiv bestimmen. Die Untersuchung kann Hinweise auf eine verminderte Knochendichte geben und dabei helfen, Osteoporose rechtzeitig zu erkennen. Im Folgenden erklären wir Ihnen, für wen sich die Untersuchung eignet und welche Vorteile sie bietet.

Osteoporose: Der schleichende Abbau von Knochensubstanz

Bei Osteoporose nimmt die Knochensubstanz kontinuierlich ab. Die Erkrankung entsteht, wenn mehr Knochengewebe abgebaut als neu gebildet wird. Der natürliche Knochenumbau, bei dem sich Aufbau und Abbau normalerweise die Waage halten, verschiebt sich zugunsten des Abbaus. Die Folge sind eine reduzierte Knochendichte und Veränderungen der inneren Knochenstruktur.

Besonders betroffen ist der schwammartige Anteil im Inneren des Knochens, die sogenannte Spongiosa. Er besteht aus vielen feinen, miteinander verbundenen Strukturen, die den Knochen von innen stützen und Belastungen abfangen. Dieser Bereich reagiert empfindlich auf Stoffwechselveränderungen, weshalb sich osteoporotische Veränderungen hier häufig früh zeigen.

Gehen diese inneren Stützstrukturen verloren, sinkt die Belastbarkeit der Knochen, auch wenn äußere Beschwerden zunächst ausbleiben. Das Frakturrisiko steigt, vor allem an Wirbelsäule, Hüfte und Unterarm. Da der Abbauprozess äußerlich lange unauffällig verläuft, ist die Knochendichtemessung wichtig, um Osteoporose frühzeitig zu erkennen und das individuelle Frakturrisiko besser einzuschätzen.

Osteoporose erkennen

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Osteoporose erkennen: Was verrät die DXA-Messung über die Knochengesundheit?

Die Knochendichtemessung, auch DXA-Messung oder Dual-Röntgen-Absorptiometrie genannt, ermöglicht eine objektive Beurteilung der Knochendichte. Sie zeigt, wie viel mineralisierte Substanz im Knochen vorhanden ist, und liefert damit einen messbaren Wert zur Beurteilung der Knochengesundheit. Da der Knochenabbau bei Osteoporose früh in der inneren Struktur beginnt, lassen sich Veränderungen mit diesem Verfahren oft erkennen, bevor Beschwerden auftreten. Die DXA-Messung gilt als Standardverfahren zur Bestimmung der Knochendichte.

Anhand standardisierter Vergleichswerte wie dem sogenannten T-Score ordnen wir die Ergebnisse medizinisch ein. Dabei können wir erkennen, ob die Knochendichte im Normbereich liegt oder bereits vermindert ist. Ein niedriger T-Score kann auf eine Osteopenie, also eine verminderte Knochendichte unterhalb des Normbereichs, oder auf eine Osteoporose hinweisen. Auf dieser Grundlage lässt sich einschätzen, ob ein erhöhtes Frakturrisiko besteht und ob weitere diagnostische oder therapeutische Schritte sinnvoll sind.

Für die abschließende Beurteilung werden jedoch nicht nur die Messwerte, sondern auch weitere persönliche Risikofaktoren und mögliche vorausgegangene Knochenbrüche berücksichtigt.

Für wen ist die Knochendichtemessung sinnvoll?

Die Knochendichtemessung richtet sich an Personen, bei denen bestimmte Faktoren den Abbau von Knochensubstanz begünstigen. Sie kann insbesondere bei einem erhöhten Osteoporose- und Frakturrisiko sinnvoll sein, um eine verminderte Knochendichte frühzeitig zu erkennen und das Risiko für Knochenbrüche besser einzuschätzen.

Dazu gehören:

Nach dem Ende der fruchtbaren Lebensphase sinkt der Östrogenspiegel deutlich. Dieses Hormon spielt eine zentrale Rolle im Knochenstoffwechsel, da es den Abbau von Knochensubstanz bremst. Lässt dieser schützende Effekt nach, kann sich der Knochenabbau beschleunigen.

In den ersten Jahren nach diesem hormonellen Wandel kann die Knochendichte deutlich abnehmen, ohne dass Beschwerden auftreten. Bewegungseinschränkungen oder Schmerzen fehlen häufig, obwohl die Stabilität der Knochen bereits nachlässt.

Eine Knochendichtemessung kann zeigen, ob und in welchem Ausmaß sich die Knochensubstanz verändert hat. Die Untersuchung unterstützt so eine fundierte Einschätzung des individuellen Risikos.

Mit zunehmendem Alter verlangsamen sich auch bei Männern die aufbauenden Prozesse im Knochen, während der natürliche Abbau weiterläuft. Der Knochen erneuert sich nicht mehr in gleichem Maß wie in jüngeren Jahren, sodass der Substanzverlust nicht vollständig ausgeglichen wird. Zusätzlich reagieren die knochenbildenden Zellen weniger empfindlich auf Wachstumsreize.

Faktoren wie geringere körperliche Aktivität, abnehmende Muskelkraft oder begleitende Erkrankungen können den Effekt verstärken.

Eine Knochendichtemessung kann diese altersbedingten Veränderungen sichtbar machen und Hinweise auf eine verminderte Knochendichte geben.

Eigenschaften wie Knochenstruktur, maximale Knochendichte im jungen Erwachsenenalter und der individuelle Knochenstoffwechsel lassen sich teilweise vererben. Dadurch kann das Risiko für einen beschleunigten Knochenabbau erhöht sein.

Treten bei nahen Angehörigen Osteoporose oder Knochenbrüche ohne größere Gewalteinwirkung auf, deutet dies auf eine verminderte Knochenstabilität innerhalb der Familie hin. In solchen Fällen kann sich eine reduzierte Knochendichte bereits früher im Leben entwickeln.

Eine Knochendichtemessung erfasst nicht die erbliche Veranlagung selbst, kann aber Aufschluss darüber geben, ob die Knochendichte bereits verringert ist. Die Messung zeigt, ob die Knochendichte vom altersentsprechenden Normbereich abweicht, und unterstützt so eine frühzeitige medizinische Einschätzung.

Frakturen, die ohne Unfall oder nach alltäglichen Bewegungen entstehen, werden auch als Fragilitätsfrakturen bezeichnet. Sie können darauf hindeuten, dass der Knochen äußeren Kräften nicht mehr ausreichend standhält. Besonders Wirbelkörper, Hüfte und Handgelenk reagieren empfindlich auf eine verminderte Stabilität.

Nach einer Fraktur bei geringer Belastung gewinnt die Knochendichtemessung an Bedeutung. Sie ermöglicht es, den Zustand der Knochensubstanz zu beurteilen und abzuklären, ob eine Osteoporose vorliegt.

Kortison kommt in der medizinischen Therapie dann zum Einsatz, wenn entzündliche Prozesse oder überschießende Immunreaktionen gebremst werden sollen. Der Wirkstoff spielt deshalb in der Behandlung vieler Erkrankungen eine wichtige Rolle.

Ärztinnen und Ärzte verordnen Kortison beispielsweise bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, entzündlichen Darmerkrankungen oder schweren Hauterkrankungen. Auch bei Autoimmunerkrankungen oder bestimmten Lungenerkrankungen wie Asthma oder COPD kann eine Kortisontherapie notwendig sein. Die Dosierung des Wirkstoffs und die nötige Dauer der Einnahme richten sich stets nach der zugrundeliegenden Erkrankung und dem individuellen Verlauf.

Gerade bei längerer Einnahme von Kortison sollten mögliche Auswirkungen auf den Knochenstoffwechsel im Blick behalten werden. In diesen Fällen kann eine Knochendichtemessung helfen, Veränderungen frühzeitig zu erkennen und medizinisch einzuordnen.

Sie können ebenfalls den Knochenstoffwechsel direkt oder indirekt beeinflussen, indem sie das Gleichgewicht zwischen Knochenaufbau und Knochenabbau stören.

Zu den hormonellen Erkrankungen zählen unter anderem Störungen der Schilddrüse oder der Nebenschilddrüsen. Sie verändern die Regulation des Calciumhaushalts und der Knochenumbauprozesse. Auch Erkrankungen des Stoffwechsels oder des Magen-Darm-Trakts können die Aufnahme wichtiger Nährstoffe wie Calcium und Vitamin D beeinträchtigen, was sich negativ auf die Knochenstabilität auswirkt.

Chronisch-entzündliche Erkrankungen belasten den Körper dauerhaft. Entzündungsprozesse fördern den Knochenabbau und gehen häufig mit medikamentösen Therapien einher, die den Knochenstoffwechsel zusätzlich beeinflussen können (siehe „Längerfristige Einnahme von kortisonhaltigen Medikamenten“).

Eine Knochendichtemessung ermöglicht es, die Auswirkungen solcher Erkrankungen zu erfassen. Sie unterstützt eine frühzeitige Einschätzung der Knochengesundheit und hilft, Risiken rechtzeitig zu erkennen.

Grundsätzlich gilt: Je früher Risikofaktoren bekannt sind, desto gezielter lässt sich das persönliche Osteoporose- und Frakturrisiko abklären. Ob eine DXA-Messung sinnvoll ist, sollte ärztlich anhand der individuellen Risikokonstellation beurteilt werden. Dies gilt insbesondere, wenn mehrere der oben genannten Risikofaktoren zusammentreffen.

Warum überzeugt die Knochendichtemessung aus medizinischer Sicht?

Die DXA-Messung bietet klare Vorteile in der medizinischen Beurteilung der Knochengesundheit. Dazu gehören:

Objektive Messbarkeit

Die Untersuchung liefert zahlenbasierte Werte zur Knochendichte und ersetzt Vermutungen durch belastbare Daten.

Frühe Risikoeinschätzung

Eine verminderte Knochendichte lässt sich erkennen, bevor es zu Knochenbrüchen oder deutlichen Beschwerden kommt.

Individuelle medizinische Einordnung

Die Ergebnisse ermöglichen eine differenzierte Bewertung im Verhältnis zu Alter, Geschlecht und persönlichem Risikoprofil.

Grundlage für weitere Entscheidungen

Anhand der Messwerte lassen sich weitere diagnostische oder therapeutische Schritte strukturiert planen.

Verlaufsbeurteilung über die Zeit

Wiederholte Messungen zeigen, wie sich die Knochendichte entwickelt und ob vorbeugende oder therapeutische Maßnahmen die gewünschte Wirkung erzielen.

Ist Osteoporose in der MRT erkennbar?

Eine MRT kann Hinweise auf eine Osteoporose und vor allem mögliche Folgen der Erkrankung sichtbar machen. An der Wirbelsäule lassen sich beispielsweise eingebrochene oder verformte Wirbelkörper erkennen. Bei frischen osteoporotischen Wirbelkörperfrakturen kann die MRT zudem Flüssigkeitseinlagerungen im Knochenmark, sogenannte Knochenmarködeme, darstellen. Die Knochendichte selbst lässt sich mit einer herkömmlichen MRT jedoch nicht standardisiert bestimmen. Dafür ist die DXA-Messung weiterhin das maßgebliche Verfahren.

Knochendichtemessung im Radiologischen Zentrum München

Die DXA-Messung in unserem Radiologischen Zentrum München bietet eine zuverlässige Grundlage zur Beurteilung der Knochengesundheit. Sie kann dabei helfen, eine verminderte Knochendichte und mögliche Hinweise auf Osteoporose frühzeitig zu erkennen. Moderne Messtechnik und radiologische Fachkompetenz sorgen für präzise Ergebnisse und eine fundierte medizinische Einordnung.

Die Untersuchung eignet sich sowohl zur Abklärung eines erhöhten Osteoporose- und Frakturrisikos als auch zur Verlaufskontrolle bei bereits verminderter Knochendichte oder laufender Behandlung.

Möchten Sie Ihre Knochendichte im Radiologischen Zentrum München untersuchen lassen? Kontaktieren Sie uns gerne, um einen Termin zu vereinbaren.