Sentinel-Lymphknoten-Szintigraphie in der Tumordiagnostik
Eine frühzeitige Diagnose ist bei Krebs äußerst wichtig. Sie kann in vielen Fällen über Leben und Tod entscheiden. Wird eine Tumorerkrankung rechtzeitig erkannt, ist die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Behandlung bei vielen Krebsarten deutlich höher. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind daher unerlässlich. Besteht der Verdacht auf eine Krebserkrankung – oder auf ein Rezidiv nach einer Krebsbehandlung – sind die Möglichkeiten der Radiologie gefragt, um Lage, Größe, Ausbreitung und eine mögliche Metastasierung eines Tumors bestmöglich zu erkennen. Nur so kann Ihre behandelnde Ärztin oder Ihr behandelnder Arzt eine geeignete Therapie planen. Die Sentinel-Lymphknoten-Szintigraphie, die wir Ihnen in unserem Radiologischen Zentrum München anbieten, ist dabei ein wichtiger Bestandteil der Diagnostik einiger bösartiger Tumorerkrankungen. Sie leistet einen wichtigen Beitrag in der Detektion möglicherweise befallener Lymphknoten.
Was ist eine Szintigraphie?
Die Szintigraphie gehört – wie beispielsweise das Röntgen, die Computertomographie oder die Magnetresonanztomographie – zu den bildgebenden Untersuchungsverfahren. Sie ist ein nuklearmedizinisches Verfahren zur Darstellung von Stoffwechselvorgängen und Geweben im Körper. Für die Untersuchung wird eine geringe Menge eines radioaktiven Tracers benötigt, der sich in bestimmten Körperregionen anreichert und von speziellen Kameras aufgenommen wird. Neben der Tumordiagnostik wird die Szintigraphie auch zur Untersuchung von Herz- und Knochenerkrankungen eingesetzt.
Was ist eine Sentinel-Lymphknoten-Szintigraphie?
Mit der Sentinel-Lymphknoten-Szintigraphie (auch: Sentinel-Node-Szintigraphie) können wir in unserem Radiologischen Zentrum München den Abfluss der Lymphflüssigkeit aus einer bestimmten Körperregion darstellen – einschließlich der zugehörigen Lymphknotenstationen. So können wir den Wächterlymphknoten identifizieren und markieren. Mit der Sentinel-Lymphknoten-Szintigraphie können wir prüfen, ob sich Tumorzellen über die Lymphe in andere Körperregionen ausgebreitet haben. So können wir einen wichtigen Beitrag zur Tumordiagnostik leisten.
Typische Krebserkrankungen, bei denen diese spezielle Szintigraphie im Radiologischen Zentrum München zum Einsatz kommt, sind Brustkrebs, schwarzer Hautkrebs, Penis- und Prostatakrebs, Gebärmutterhalskrebs und bösartige Tumoren im Kopf-Hals-Bereich.
Sentinel-Lymphknoten-Szintigraphie München: Wie läuft die Untersuchung im RZM ab?
Zunächst injizieren wir ein schwach radioaktives Medikament, einen sog. Tracer, um den Tumorherd. Dieser enthält kleine Eiweißteilchen, die mit der Lymphflüssigkeit abtransportiert und von den Lymphknoten abgefangen werden. Nun fertigen wir in einem bestimmten Zeitabstand mittels einer Spezialkamera, einer sog. Gammakamera, Bilder der Lymphknoten an. Damit können wir sehen, ob der Tracer von den Lymphknoten aufgenommen wurde.
Wird der Sentinel-Lymphknoten sichtbar, bedeutet das nicht, dass er vom Tumor befallen sein muss – er ist lediglich ganz schwach radioaktiv markiert. Auf diese Weise kann er bei einer anschließenden Operation mittels einer Gammasonde leicht gefunden und ganz gezielt entfernt werden. Das hat einen großen Vorteil: Man vermeidet unnötige Operationen wie ausgedehnte axilläre Lymphknotendissektionen und Komplikationen wie Lymphödem (Schwellung des Arms oder Beins durch gestörten Lymphabfluss). Die Pathologin oder der Pathologe untersucht den Lymphknoten anschließend unter dem Mikroskop auf Krebszellen.
Ist die Untersuchung negativ, kann davon ausgegangen werden, dass auch die nachfolgenden Lymphknoten tumorfrei sind. Sollten sich im Sentinel-Lymphknoten Tumorzellen befinden, wird ggf. eine größere Operation oder anderweitige Therapie nötig.