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Neuroradiologie

Die diagnostische Neuroradiologie beschäftigt sich mit der Bildlegenden Diagnostik von Erkrankungen und Veränderungen des Zentralen Nervensystems (ZNS, d.h. des Gehirns und des Rückenmarks). Enge anatomische und thematische Verbindungen bestehen auch mit Erkrankungen aus dem HNO ärztlichen, Zahn- bzw. Kieferchirurgischen und Augenärztlichen Spektrum.

 

Ansprechpartner:

PD. Dr. med. Jürgen Lutz, Facharzt für Diagnostische Radiologie mit Schwerpunkt Neuroradiologie

PD. Dr. med. Lucas Geyer, Facharzt für Diagnostische Radiologie 

 

 

Im RZM bieten wir das komplette Spektrum der Neuroradiologischen Schnittbilddiagnostik an. Diese findet vornehmlich mit der MRT (Magnetresonanztomographie) und der CT (Computertomographie) statt.

Neben den neuroradiologischen Routineuntersuchungen bieten wir, individuell zugeschnitten auf die jeweilige Fragestellung, spezialisierte Untersuchungen an, hier eine Auswahl an MRT Untersuchungen:  


Grundlegende Infos zur Neuroradiologie im Radiologischen Zentrum München

Was bedeutet „Neuro“?

„Neuro“ ist ein Worbildungselement, das medizinischen Begriffen vorangestellt wird. „Neuro“ kommt aus dem Griechischen und weist immer darauf hin, dass es sich um Themen rund um die Nerven/das Nervensystem handelt. Beispiele sind Neuroleptikum (ein Arzneimittel, das das vegetative Nervensystem beeinflusst), Neuropsychologie (Fragestellungen rund um Gehirnfunktionen wie das Denkvermögen, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprachvermögen oder motorische Fähigkeiten), Neurologie (Wissenschaft von Aufbau und Funktion des Nervensystems sowie medizinische Fachrichtung, die sich mit Nervenkrankheiten befasst), Neurone (Nervenzellen) oder eben – wie in unserem Fall – die Neuroradiologie (Diagnostik von Erkrankungen/Veränderungen des zentralen Nervensystems).

Was ist der Unterschied zwischen dem zentralen und dem peripheren Nervensystem?

Die Einteilung des Nervensystems in „zentral“ und „peripher“ geschieht aufgrund der Lage der Nervenzellen im Körper. Das zentrale Nervensystem (ZNS) liegt – wie der Name sagt – zentral im Körper. Es umfasst Gehirn und Rückenmark. Das zentrale Nervensystem steuert alle unbewussten Abläufe des Körpers wie die Funktion der Organe, die Atmung, Verdauung und Stoffwechsel. Darüber hinaus ist es für das Denken, Fühlen und die Erinnerung zuständig.

Die Nervenstrukturen außerhalb von Rückenmark und Gehirn – beispielsweise die Nerven in Armen und Beinen – gehören zum peripheren Nervensystem (PNS). Die entsprechenden Nervenfasern haben die Aufgabe, Gehirn und Rückenmark mit Informationen aus dem Körper sowie aus der Umwelt zu versorgen.

Das bedeutet: Auch wenn die beiden Systeme räumlich voneinander getrennt sind, so können sie nur zusammen funktionieren. Das PNS nimmt Signale von den Sinneszellen auf und leitet sie an das ZNS weiter. Dieses verarbeitet die Signale.

Was ist Neuroradiologie?

Bei der Neuroradiologie geht es um die Diagnostik von Erkrankungen und Veränderungen des Nervensystems. Sie ermöglicht einen präzisen Einblick in das menschliche Gehirn sowie in das zentrale und periphere Nervensystem. Mit den Untersuchungsmöglichkeiten in unserem Radiologischen Zentrum München kooperieren wir mit Ihrer behandelnden Neurologin/Ihrem behandelnden Neurologen. Zudem arbeiten wir eng mit Neurochirurginnen und Neurochirurgen zusammen. Unsere Untersuchungen unterstützen zudem Neuropädiaterinnen und Neuropädiatern sowie Psychiaterinnen und Psychiater in deren Arbeit. 

Welche typischen neurologischen Erkrankungen gibt es?

Hier erhalten Sie einen Überblick über neurologische Erkrankungen, bei denen eine Untersuchung bei uns im Radiologischen Zentrum München der erste Schritt zu einer erfolgreichen Behandlung sein kann:

Anfallsleiden (Epilepsie)
Hierbei handelt es sich meist um pathologische, unregulierte elektrische Entladungen, die beispielsweise in der grauen Substanz der Großhirnrinde erfolgen und die normale Gehirnfunktion unterbrechen. Dieser Prozess kann z. B. zu Bewusstseinsstörungen, epileptischen Anfällen, Narkolepsie oder Synkopen führen.

Bewegungsstörungen
Wenn die sog. Basalganglien im Gehirn gestört sind, führt der Körper unwillkürlich automatische Bewegungen durch. In diesem Zusammenhang ist es auch möglich, dass die Bewegungen deutlich weniger präzise als gewohnt ausgeführt werden können. Dazu gehören Erkrankungen wie z. B. Parkinson, Zittererkrankungen, Gangstörungen, das Restless-Legs-Syndrom oder auch Tics.

Endplattenerkrankungen (Motorneuronen)
Die motorische Endplatte ist die Kontaktstelle zwischen einer Nerven- und Muskelzelle. Liegen hier Veränderungen vor, kann es zu neurologischen Problemen kommen. Möglich sind in diesem Zusammenhang z. B. Myasthenie, Kanalerkrankungen oder das Lambert-Eaton-Syndrom.

Entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems
Entzündungen wie Meningitis können durch Erreger wie Bakterien, Viren oder Pilze entstehen. Es gibt jedoch auch entzündliche Erkrankungen, die autoimmun auftreten. Dazu gehören z. B. Multiple Sklerose oder die Myelitis.

Kopf- und Gesichtsschmerzen
Es gibt viele Faktoren, die Kopfweh und Schmerzen im Gesicht verursachen können. Dazu gehören u. a. auch neurologische Probleme wie Migräne, Cluster-Kopfschmerzen oder Trigeminusneuralgie.

Infektionen des zentralen oder peripheren Nervensystems mit neurotropen Erregern
Bakterien, Viren oder Parasiten bezeichnet man auch als neurotrope Erreger. Sie können Erkrankungen der Nervenbahnen in Gehirn und Rückenmark sowie der Nerven, die Gehirn oder Rückenmark verlassen, bedingen. Typische Erkrankungen aus diesem Themenbereich sind Enzephalitis oder Neurotuberkulose.

Nervenschmerzen
Sie sind besonders stark und führen häufig zu neurologischen Ausfällen wie Gefühlsstörungen oder Taubheitsgefühlen. Typische Nervenschmerzen entstehen oft in Rahmen von Karpaltunnel- und Tarsaltunnelsyndrom, Nervenwurzelschmerzen, Neuropathien, Bandscheibenerkrankungen oder Trigeminusneuralgie.

 

Neurodegenerative Erkrankungen
Durch Basalganglienerkrankungen, Demenzformen, Parkinsonerkrankungen oder Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) kann es zu einem fortschreitenden Verlust von Nervenzellen mit entsprechenden Symptomen und Beschwerden kommen.

Polyneuropathien
Sind mehrere periphere Nerven geschädigt, kann es zu Missempfindungen, Sensibilitätsstörungen und Schmerzen in den Versorgungsgebieten bestimmter Nerven kommen. Polyneuropathien können chronisch oder akut verlaufen. Sie können beispielsweise im Rahmen von Diabetes, Entzündungen, Vergiftungen oder Nährstoffmangel entstehen.

Querschnittsyndrome
Durch eine Schädigung des Rückenmarks, z. B. durch einen Sturz oder ein andersartiges Trauma, können Querschnittssymptome entstehen. Dazu gehören neben Bewegungseinschränkungen auch neurogene Blasen- und Darmentleerungsstörungen o. Ä.

Schlaganfall
Bei einem Schlaganfall handelt es sich um eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn. Der sog. Apoplex kann zum Absterben von Gehirnzellen führen und so zu dauerhaften Lähmungen oder Sprachstörungen führen.

Schwindelerkrankungen
Neurologische Erkrankungen können Lagerungsschwindel o. Ä. bedingen.

Stoffwechselerkrankungen des Nervensystems
Genetisch bedingte Anomalien von Enzymen oder ein Mangel an Kofaktoren kann eine gestörte Entwicklung oder Funktion des Nervensystems bedingen. Typische sog. neurometabolische Erkrankungen sind z. B. Morbus Fabry oder Morbus Pompe.

Tumorerkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems
Neurologische Leiden und Ausfälle können von Gewebewucherungen im Gehirn und Rückenmark sowie an den Hüllstrukturen der Nervenfasern kommen. Bei gutartigen oder bösartigen Tumorerkrankungen kann die Neuroradiologie an unseren Standorten in München und Umgebung wichtige Aufschlüsse geben.

Welche Ziele hat die Neuroradiologie im Radiologischen Zentrum München?

In unserem Radiologischen Zentrum München führen wir im Zuge der Neuroradiologie MRT- und CT-Untersuchungen durch. Dabei geht es darum, krankhafte Veränderungen im Gehirn und Rückenmark sowie Gefäßverengungen möglichst frühzeitig zu entdecken. Die Untersuchungen sind weiterhin zur diagnostischen Abklärung unklarer neurologischer Symptome notwendig. Weiterhin können wir mit den Möglichkeiten der Neuroradiologie eine genaue Artdiagnose von Tumoren und Entzündungen im Kopf-, Gesichts- und Halsbereich durchführen. MRT und CT an unseren Standorten in München eignen sich auch optimal zur Therapiekontrolle bei chronischen Erkrankungen des Nervensystems und für die Fokussuche bei Epilepsie.

Hier zwei Beispiele:

Die Neuroradiologie in München vermag mit MRT und CT Erkrankungen der Wirbelsäule und des Rückenmarks darzustellen. Mit der CT können wir die knöchernen Strukturen optimal untersuchen. Die MRT bietet sich aufgrund ihres besseren Weichteilkontrastes bei der Diagnostik von Bandscheibenvorfällen, Tumoren sowie entzündlichen Erkrankungen an.

Mit der sog. Angiographie (evtl. mit Gabe von Kontrastmittel) können wir Engstellen, Stenosen und Aneurysmen der hirnversorgenden Gefäße sowie Arterielle Kurzschlussverbindungen darstellen. Mit der CT- oder MRT-Angiographie können wir nach endovaskulären Eingriffen auch Verlaufskontrollen durchführen.

MRT Schädel Untersuchungen

  • Hochauflösende CISS- bzw. SPACE MRT zur Darstellung der Strukturen des Innenohres bei speziellen Schwindelabklärungen.
  • Diffusionsbildgebung bei Fragen nach einem Cholesteatom (-Rezidiv)
  • Darstellung der Hirnnerven bei Frage unklarem Gesichtsschmerz bzw. Trigeminusneuralgie
  • Hochauflösendes, strukturelle (3T) MRT bei Epilepsie
  • Suszeptibilitätsgewichtete MRT bei Frage nach Trauma (-Folgen)
  • MR Neurographie des zervikalen und lumbalen Nervenplexus
  • Hochauflösende MR Angiographie bei Aussackungen bzw. Aneurysmen des Gehirns (auch in der Nachsorge nach Behandlung, (z.b. Coiling, WEB- oder Flow-Diverter Behandlung)
  • Zeitaufgelöste MR Angiographie bei V.a. Gefäss-Malformationen (z.b. unklares Ohrgeräusch) der Kopf-Hals Region
  • Hochauflösende MRT bei Abklärung dementieller Syndrome (Eingeschränkte Gedächtnisleistung, Konzentrationsstörungen)
  • Hochauflösende Darstellung der Basalganglien bei Bewegungsstörungen (z.b. M. Parkinson)
  • Langjährige Erfahrung im Umgang bei (Neuro-) Pädiatrischen Fragestellungen bzw. Erkrankungen (CAVE: ab dem 5. LJ, Untersuchungen in Sedierungen werden jedoch NICHT durchgeführt)

MRT Wirbelsäulen Untersuchungen

  • Darstellung des Rückenmarks und der Bandscheiben auf dem aktuellen Stand der Technik
  • Hochauflösende CISS / SPACE MRT zur Darstellung einer Dura- bzw. Hirnautverletzung (z.b. nach Verkehrsunfall)
  • Dynamische und hochauflösende spinale MR Angiographie bei V.a. Vaskuläre Malformationen, unklaren Blutungen, oder auch zu Verlufskontrollen nach Behandlung
  • Hochauflösende 3D (Myelographie) Darstellung der spinalen Nerven zur genauen Bandscheibendiagnostik

Zusätzliche Leistungen:

Hochauflösende Darstellung der Weißen und Grauen Substanz des Gehirns mit der Möglichkeit der zusätzlichen computer-unterstützen Analyse bei der Auswertung folgender Fragestellungen:

  • Exakte Bestimmung der Läsionslast und des Verlaufs bei Multipler Sklerose (MS)
  • Algorithmen (AI) basierte Berechnung des individuellen Hirnvolumens bei kognitiven Defizten, z.b. Demenz.

 

 

Sollten Sie oder Ihr zuweisender Arzt bzw. Ihre zuweisende Ärztin Fragen zu einer bestimmten Untersuchung oder Erkrankung haben, zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren.

Ihr RZM-Team

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