Mammographie ab 35: Was gibt es zu beachten?

Die Mammographie spielt eine entscheidende Rolle in der Brustdiagnostik und bei der Früherkennung von Brustkrebs. Eine routinemäßige Mammographie ist mit 35 Jahren zwar nicht vorgesehen, kann bei bestimmten Beschwerden, auffälligen Vorbefunden oder einem erhöhten Brustkrebsrisiko jedoch sinnvoll sein. Im Folgenden erfahren Sie, wann eine Mammographie ab 35 infrage kommt, welche Faktoren bei der Entscheidung eine Rolle spielen und welche weiteren Untersuchungsmöglichkeiten bestehen.

Was ist eine Mammographie?

Die Mammographie ist ein medizinisches Verfahren zur Untersuchung der Brust mithilfe von Röntgenstrahlen. Sie wird hauptsächlich zur Früherkennung und Abklärung von Brustkrebs eingesetzt, da sie kleinste Gewebeveränderungen sichtbar machen kann, bevor sie tastbar oder durch andere Symptome erkennbar sind. Während der Untersuchung werden Ihre Brüste zwischen zwei Platten leicht komprimiert, um eine möglichst genaue Aufnahme zu erhalten. Es gibt zwei Hauptarten der Mammographie: die diagnostische Mammographie und die Screening-Mammographie.

Hierbei führen wir die spezielle Röntgenuntersuchung der Brust bei medizinischer Indikation auch außerhalb des regulären Screening-Alters durch. Dies ist der Fall, wenn bei Ihnen Beschwerden vorliegen, die abgeklärt werden sollten, oder wenn es Anzeichen für eine Veränderung des Brustgewebes gibt. Dazu zählen z. B. ein tastbarer Knoten, ungewöhnliche Schmerzen sowie Hautveränderungen oder Auffälligkeiten, die in einer vorausgehenden Untersuchung entdeckt wurden. Eine Mammographie kann daher auch mit 35 Jahren sinnvoll sein, wenn ein konkreter Anlass für die Untersuchung besteht.

Mehr dazu erfahren Sie hier: Auffälligkeiten Mammographie: Welche Veränderungen kann die Untersuchung abbilden?

Das Mammographie-Screening ist ein spezielles Vorsorgeprogramm, das darauf abzielt, Brustkrebs in einem möglichst frühen Stadium zu erkennen, noch bevor Symptome auftreten. Es richtet sich aktuell an Frauen im Alter von 50 bis 75 Jahren. Sie haben alle zwei Jahre Anspruch auf die Teilnahme am organisierten Mammographie-Screening.

Beim Screening fertigen wir von jeder Brust eine Röntgenaufnahme in zwei Perspektiven an. Diese Bilder werten unsere Spezialistinnen und Spezialisten anschließend nach dem 4-Augen-Prinzip aus. Das Mammographie-Screening findet alle zwei Jahre statt und folgt strengen Qualitätsstandards, um die bestmögliche Sicherheit und Aussagekraft zu gewährleisten.

Der Vorteil des Mammographie-Screenings liegt in der Früherkennung. Je früher wir einen Tumor entdecken, desto besser lässt er sich in vielen Fällen behandeln. Es handelt sich um ein freiwilliges Angebot, das Frauen in der Zielgruppe nach einer Einladung kostenfrei in Anspruch nehmen können.

Mammographie ab 35: Wann ist die Untersuchung sinnvoll?

Die Mammographie ab dem 35. Lebensjahr kann in bestimmten Situationen sinnvoll sein, auch wenn das reguläre Mammographie-Screening derzeit erst ab dem 50. Lebensjahr vorgesehen ist. Ob eine Mammographie mit 35 sinnvoll ist, hängt daher von der individuellen medizinischen Situation und der jeweiligen Fragestellung ab.

Gründe für eine Mammographie in jüngeren Jahren können u. a. sein:

Wenn nahe Verwandte (z. B. Mutter oder Schwester) an Brustkrebs erkrankt sind, insbesondere in einem jungen Alter, kann eine frühzeitige und intensivierte Brustkrebsfrüherkennung empfehlenswert sein. Wenn Sie ein genetisch erhöhtes Risiko für die Krebserkrankung haben, etwa durch BRCA1- oder BRCA2-Mutationen, sollten Sie mit Ihrer Gynäkologin oder Ihrem Gynäkologen besprechen, welche Untersuchungen und Untersuchungsintervalle für Sie sinnvoll sind. Dazu können je nach individuellem Risiko auch Mammographie, Ultraschall oder Mamma-MRT gehören.

Bei tastbaren Knoten, ungewöhnlichen Schmerzen, Veränderungen der Brustform oder Hautveränderungen kann eine bildgebende Untersuchung helfen, die Ursache abzuklären. Bei Frauen unter 40 ist häufig zunächst der Brustultraschall die bildgebende Untersuchung der ersten Wahl. Abhängig vom Befund kann ergänzend eine Mammographie erforderlich sein.

Nach vorangegangenen Auffälligkeiten, die beobachtet werden sollten, oder bei erhöhtem individuellem Risiko kann eine Mammographie auch ab 35 zur Verlaufskontrolle dienen.

Frauen mit sehr dichtem Brustgewebe haben grundsätzlich ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs. Gleichzeitig ist die Aussagekraft der Mammographie bei dichtem Brustgewebe eingeschränkt, da Veränderungen auf den Aufnahmen schwieriger zu beurteilen sein können. Besonders bei jüngeren Frauen kann deshalb der Brustultraschall wichtige ergänzende Informationen liefern. Welche Untersuchungsmethode oder Kombination von Verfahren sinnvoll ist, wird individuell entschieden.

Kann die Mammographie ab 35 schädlich sein?

Die Mammographie ab 35 Jahren ist in der Regel sicher, jedoch gibt es Aspekte, die Sie beachten sollten:

Die Mammographie nutzt Röntgenstrahlen, was für Sie immer ein gewisses Maß an Strahlenexposition bedeutet. Die Strahlenbelastung einer einzelnen Mammographie ist jedoch vergleichsweise gering. Bei medizinischer Notwendigkeit überwiegt der diagnostische Nutzen in der Regel das damit verbundene Strahlenrisiko.

Bei Frauen ab 35 Jahren spielt die Strahlenbelastung bei der Entscheidung für oder gegen eine Mammographie eine größere Rolle, da jüngere Frauen häufig dichteres Brustgewebe haben. Dieses ist strahlenempfindlicher und zugleich schwieriger mammographisch zu beurteilen. Deshalb wird die Mammographie in jungen Jahren meist nur bei einer konkreten medizinischen Fragestellung oder einem erhöhten individuellen Risiko durchgeführt.

Ihr großer Vorteil bei uns im Radiologischen Zentrum München: Wir nutzen eine moderne digitale Technologie. Wir nutzen eine moderne digitale Technologie. Die direkte digitale Mammographie ermöglicht eine geringe Strahlendosis bei gleichzeitig hoher Bildqualität.

Die Kompression der Brust während der Mammographie kann vorübergehend unangenehm oder schmerzhaft sein, hat aber nach heutigem Kenntnisstand keine langfristig schädigende Wirkung auf das Brustgewebe. Die Kompression trägt zudem dazu bei, die Bildqualität zu verbessern und die benötigte Strahlendosis zu reduzieren.

Lesen Sie dazu auch unseren Blog-Artikel: Mammographie schmerzhaft: Tut die Untersuchung weh?

Die Mammographie ist ein etabliertes und sicheres Untersuchungsverfahren. Die dabei eingesetzte Strahlendosis ist sehr niedrig und wird so gering wie möglich gehalten. Auch bei wiederholten Untersuchungen im Rahmen der empfohlenen Früherkennung steht der medizinische Nutzen klar im Vordergrund.

Wird in Ihrem Freundeskreis über Krebsvorsorge gesprochen? Dies kann wichtig sein, um Erfahrungen auszutauschen und persönliche Bedenken aus dem Weg zu räumen.

Alternativen zur Mammographie für Frauen ab 35: Weitere Brustdiagnostik im Radiologischen Zentrum München

Neben der klassischen Mammographie bieten wir im RZM – besonders auch für Frauen um die Mitte Dreißig – neben der Mammographie weitere spezialisierte Verfahren zur Brustdiagnostik an:

Die Ultraschalluntersuchung ist insbesondere bei Frauen unter 40 Jahren häufig die erste bildgebende Untersuchung. Der Ultraschall eignet sich gut dazu, Veränderungen auch in dichtem Brustgewebe darzustellen, ohne dass dabei Röntgenstrahlen eingesetzt werden.

Die Sonographie ermöglicht es, zwischen flüssigkeitsgefüllten Zysten und soliden Gewebeveränderungen zu unterscheiden. Sie ist strahlungsfrei und in der Regel schmerzfrei. Insbesondere bei jungen Frauen mit Beschwerden wie tastbaren Knoten kann der Brustultraschall wichtige Hinweise für die weitere Abklärung liefern.

Sie kann außerdem die Mammographie ergänzen, wenn eine zusätzliche Abklärung notwendig ist. Ein eindeutig gutartiger Ultraschallbefund kann bei Frauen unter 40 in bestimmten Fällen eine zusätzliche Mammographie überflüssig machen.

Bei auffälligen Befunden können wir Gewebeproben entnehmen und diese im Labor untersuchen lassen. Erst die feingewebliche Untersuchung einer Gewebeprobe kann bei einem verdächtigen Befund sicher klären, ob es sich um eine gut- oder bösartige Veränderung handelt.

Die MRT der Brust ist eine ergänzende Untersuchungsmethode, die insbesondere bei bestimmten Risikofaktoren oder unklaren Befunden eingesetzt wird. Diese Methode arbeitet ohne Röntgenstrahlen.

Ein weiterer Vorteil der Brust-MRT ist ihre hohe Sensitivität, die es ermöglicht, auch kleine und in anderen Verfahren schwer abgrenzbare Veränderungen im Brustgewebe zu erkennen. Dies kann besonders bei dichtem Brustgewebe hilfreich sein, das bei jüngeren Frauen häufig vorkommt und die Aussagekraft der Mammographie einschränken kann.

Die MRT wird vor allem bei Frauen mit deutlich erhöhtem beziehungsweise erblich bedingtem Brustkrebsrisiko oder bei unklaren Befunden, die in anderen Untersuchungen nicht eindeutig sind, eingesetzt. Sie bietet detaillierte Schnittbilder, die eine präzise Abklärung ermöglichen. Die Mamma-MRT ersetzt die Mammographie jedoch nicht grundsätzlich, sondern ergänzt sie bei bestimmten medizinischen Fragestellungen.

Brustdiagnostik in München

Die Mammographie ab 35 ist in besonderen Fällen sinnvoll, sollte aber sorgfältig abgewogen werden. Bei unklaren Risiken oder Fragen empfiehlt es sich, mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem behandelnden Arzt über weitere Verfahren der Brustdiagnostik wie Ultraschall oder Mamma-MRT zu sprechen. Die Entscheidung hängt immer von Ihrem individuellen Gesundheitszustand, Ihrem Alter, möglichen Beschwerden und Ihrem Risikoprofil ab.

Die umfassenden diagnostischen Möglichkeiten bei uns im Radiologischen Zentrum München ermöglichen eine differenzierte Abklärung mit Mammographie, Brustultraschall und Mamma-MRT – abgestimmt auf die jeweilige Fragestellung.

Für weitere Informationen oder zur Terminvereinbarung für Ihre Brustdiagnostik in München kontaktieren Sie uns einfach!

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